Anna Popplewell über „Die Chroniken von Narnia – Prinz Kaspian von Narnia“

Das ist ja Dein letzter Auftritt in den „Chroniken von Narnia“ – wie traurig bist Du darüber? Wann ist die Idee entstanden diesen Film zu machen?

Ich habe da ganz gemischte Gefühle. Auf der einen Seite ist es natürlich sehr traurig. Ich hatte mein erstes Casting für „Die Chroniken von Narnia“ als ich 13 Jahre alt war, wir filmten als ich 15 war, er kam in die Kinos als ich 17 war und jetzt bin ich 19 Jahre alt und der zweite Film kommt in die Kinos. Das ist schon ein langer Abschnitt in meinem bisherigen Leben, den ich mit den „Chroniken von Narnia“ verbracht habe, das war ein großer Teil meiner Jugend und das war ja auch eine tolle Zeit. Aber auf der anderen Seite möchte ich auch einmal etwas anderes machen und ich habe jetzt auch angefangen englische Literatur in Oxford zu studieren und das liebe ich auch. Ich könnte mich auch nicht so sehr auf das Studium konzentrieren, wenn ich mit „Narnia“ weitergemacht hätte. Es ist traurig, aber gleichzeitig auch in gewisser Weise befreiend.

Gibt es schon ein anderes Filmprojekt, das bei Dir ansteht oder wirst Du Dich jetzt erst einmal nur mit Deinem Studium beschäftigen?

Ich weiß es im Moment nicht. Ich habe noch mindestens zwei Jahre an der Universität vor mir und ich möchte das wirklich durchziehen. Ich lese im Moment aber auch eine Menge Drehbücher und überlege, was ich als nächstes machen möchte. Ich bin aber auch erst 19 Jahre alt, muss für den Rest meines Lebens arbeiten und möchte auch die Zeit als Studentin genießen solange ich das noch kann.

Hast Du „Die Chroniken von Narnia“ in Deiner Kindheit gelesen?

Ja, ich habe die Bücher gelesen als ich acht oder neun Jahre alt war und habe sie dann noch einmal vor dem Film gelesen. Ich habe die Bücher geliebt, als ich sie das erste Mal gelesen habe. Ich konnte mich aber nicht mehr genau an die ganzen Figuren erinnern als ich dann mit 13 Jahren von dem Filmprojekt gehört habe.

Was hat Dir an den Büchern so gut gefallen?

Ich glaube der Grund, warum alle Menschen diese Geschichten lieben, ist die Idee in eine andere Welt reisen zu können und dort fantastische Dinge zu erleben. Es gibt in „Narnia“ reale Figuren, mit denen man sich identifizieren kann, aber gleichzeitig ist doch alles anders als in der wirklichen Welt.

Wie bist Du überhaupt zur Schauspielerei gekommen?

Das war ein Unfall. Beide Elternteile arbeiten bei mir – mein Vater ist Anwalt und meine Mutter Ärztin – und als ich sehr jung war habe ich in den Sommerferien verschiedene Kurse besucht, jede Woche etwas anderes. In einer Woche ging es dann um Theaterschauspielerei und ich wollte am liebsten sofort alle Rollen gleichzeitig spielen, weil es mir so viel Spaß gemacht hat. Als ich dann sechs Jahre alt war hat mir meine Mutter erlaubt jeden Samstag für zwei Stunden in die Theatergruppe zu gehen. Das hatte nichts mit professioneller Schauspielerei zu tun und ich habe das nur gemacht, weil es mir wirklich sehr viel Spaß gemacht hat. In einer Aufführung wurde ich dann von einem Agenten entdeckt, der mich dann gleich für ein Vorsprechen für eine kleine TV-Rolle angemeldet hat. Ich habe dann eine Zusage bekommen und das gemacht. Ich habe dann hin und wieder kleine Rollen gespielt, aber das war eigentlich immer nur ein Hobby. Meine Eltern haben mich da auch sehr unterstützt und dann kamen „Die Chroniken von Narnia“.

Wie haben Deine Eltern dann reagiert, als sie gehört haben, dass Du in diesem Film mitspielen wirst?

Sie haben sich gefreut, aber konnten natürlich nicht alles stehen und liegen lassen, um mich zum Dreh in Neuseeland zu begleiten. Sie haben mich dann aber sehr oft besucht. Ich bin sehr glücklich, dass ich keine Eltern hatte, die mich in die Schauspielerei gedrängt haben, wie es bei vielen anderen jungen Schauspielern oftmals ist. Meine Eltern haben immer gesagt, dass ich es machen soll, wenn es mir wirklich Spaß macht und wenn nicht soll ich es lieber bleiben lassen.

Hat es Dir gefallen für so lange Zeit weit weg von Zuhause zu sein?

Man vermisst natürlich viele Dinge. Ich habe die Schule und meine Freunde sehr vermisst, aber man macht auch so viele unbeschreibliche Erfahrungen. Ich meine, wer fliegt mit 15 Jahren schon zu Drehorten, die nur per Helikopter erreichbar sind oder klettert in Vulkane. Letztes Jahr war es natürlich genial. Ich war 18 Jahre alt und hatte meine eigene Wohnung in Prag für die Zeit der Dreharbeiten. Das war wirklich toll.

War Dir bewusst, wie groß dieses Filmprojekt werden würde, als Du erfahren hast, dass Du diese Rolle spielen darfst?

Nein, nicht wirklich. Selbst beim zweiten Film war mir das nicht richtig klar. Ich habe davor nur Projekte mit maximal 200 Leuten am Set gemacht, aber in diesem Fall waren es 1000. Wir haben den Film in London vor 10 000 Menschen gezeigt und ich stand auf der Bühne. Ich hatte mehr Angst als je in meinem Leben zuvor. Als ich gestern Abend in München landete, habe ich die Leute gefragt, wo die Premiere des Films heute sein würde und sie sagten mir, dass es in einer Arena bei einem Schloss wäre. Ich habe dann gedacht, dass dort wohl so um die 500 Leute kommen würden, aber man hat mir dann gesagt, dass es rund 7000 werden. Das sind schon unglaubliche Zahlen, die einen vor einer solchen Premiere etwas nervös machen, aber das ist natürlich auch aufregend.

Wie würdest Du Susan Pevensie beschreiben?

Im zweiten Film ist Susan etwas älter geworden und das merkt man auch sehr deutlich. In diesem Teil geht es mehr darum sich von „Narnia“ loszulösen, denn am Ende der Geschichte muss sie für immer gehen.

Haben Dir die Action-Szenen gefallen?

Ja, die haben mir sehr gefallen. Ich war die einzige Frau im Rock auf dem Schlachtfeld und hatte sehr viele Reitstunden dafür. Wir hatten ein sehr gutes Stunt-Team und das merkt man glaube ich auch.

Welcher Stunt hat Dir am meisten Angst gemacht?

Das ist die Szene in der Susan mit vier oder fünf Telmarern zu kämpfen hat, die auf sie zugeritten kommen. Sie schießt alle von ihren Pferden und dann kamen diese Pferde reiterlos auf mich zu. Das war sehr beängstigend. Wir haben das auch nur ein paar Mal gedreht, weil es sonst zu gefährlich geworden wäre.

Wirst Du jetzt nach den Filmen mit dem Reit-Training weitermachen?

Das würde ich sehr gerne machen, aber in London ist das fast nicht möglich. Man kann zwar im Hyde Park und an ein paar anderen Plätzen reiten, aber ich bin auch sehr verwöhnt, wenn es ums Reiten geht, da ich bei den Filmen auf wunderschönen andalusischen Pferden geritten bin und von einigen der besten Pferdetrainern der Welt trainiert worden bin. Ich glaube ich muss da eher noch einen Film mit Pferden machen, um das fortzuführen.

Gibt es die Chance, dass Du in einem anderen „Narnia“-Teil zurückkehren wirst?

Das würde ich sehr gerne, aber ich glaube nicht, dass es dazu kommen wird.

Im zweiten Film gab es ja auch einige neue Schauspieler – wie schwierig war es diese in die Gruppe zu integrieren?

Ich denke, dass es für Ben nicht so einfach war, weil wir uns alle sehr gut kannten. Aber es hat sehr gut geklappt und wir haben uns alle sehr gut verstanden. Es ist wichtig, dass man einen gewissen Sinn für Humor hat, denn sonst kann das nicht funktionieren. Ben hatte da aber überhaupt keine Probleme.

Wie war es mit all diesen Figuren zu arbeiten, die gar nicht wirklich am Set vorhanden waren und nachträglich per Computer hinzugefügt worden sind?

Wir hatten alle möglichen Hilfsmittel, wie zum Beispiel Tennisbälle oder ähnliches, um uns vorstellen zu können, wo die jeweilige Figur gerade ist und was sie macht. Das ist nicht einfach, aber wir waren das glücklicherweise schon vom ersten Film gewöhnt.

Wie sieht es mit den religiösen Botschaften des Films aus – waren die nie Gesprächsthema am Set oder hat man darauf sehr viel Wert gelegt?

Nein, ich habe mich nicht mit den Produzenten hingesetzt und darüber diskutiert. Wir haben beim Film nur versucht uns an die Buchvorlage zu halten und ich denke, dass man keine religiösen Botschaften finden wird, wenn man nicht nach ihnen sucht.

Vielen Dank für das Interview!

Daniel Fürg

Daniel Fürg

Daniel Fürg absolvierte eine Ausbildung beim Bayerischen Rundfunk und bildete sich an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing zum Kommunikationswirt fort. Er gründete verschiedene Onlinemedien, wie zum Beispiel MUNICH's BEST, 100SINS oder Social Secrets und arbeitete unter anderem für den Bayerischen Rundfunk, die Finanzsparte von Siemens, die Sana Kliniken AG und die MAROundPARTNER GmbH. Als Geschäftsführender Gesellschafter von Fürg Media berät er heute Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher Kommunikationsstrategien. Daniel Fürg engagiert sich außerdem aktiv als Mitglied des Vorstands im Internationalen PresseClub München e.V. und ist Initiator der Digital Future Conference 48forward.