Avengers – Age of Ultron

S.H.I.E.L.D. ist zerschlagen, aber die Avengers sind noch im Amt und fleißig dabei Hydra-Schergen den Gar auszumachen. Sie schaffen es Lokis Zepter unter ihre Kontrolle zu bringen. Darin findet Tony Stark eine künstliche Intelligenz, in der er das Potential sieht, die Verteidigung der Erde gegen außerirdische Gefahren zu leisten: Ultron. Doch Ultron hat andere Pläne den Frieden der Erde herbeizuführen…

Soweit, so bekannt und nicht überraschend. Und vielleicht machen sich einige Kinogänger der Minderheit, die sich diesen Film nicht sowieso ansehen, eben jenen Gedanken: was soll denn noch Großartiges passieren, außer den nächsten Bösewicht in einer gewaltigen CGI-Schlacht zu besiegen? Robert Downey Jr. in seiner Paraderolle als Iron Man widmete man bereits drei eigene Filme, Thor (Chris Hemsworth) und Captain America (Chris Evans) jeweils zwei. So viel Spass es macht diesen Charakteren zu zusehen, so unoriginel wäre es sie wieder und wieder in einen neuen Konflikt zu werfen.

Außer man hat einen vielschichtigen Superschurken! Leider nicht… Ist James Spader als Ultrons Stimme charismatisch und gelungen? Auf jeden Fall! Ist ein Roboter, der durch Logik darauf schließt, dass der einfachste Weg zur Rettung der Welt das Auslöschen der Menschheit ist, genug um einen ganzen Film zu tragen? Schon lange nicht mehr (sollte das jemals der Fall gewesen sein).

Was bleibt dann noch übrig, um diesem Film eine Daseinsberechtigung in der Serie zuzuschreiben? Nebst den neu eingeführten Nebencharakteren Quicksilver (Aaron Taylor-Johnson) und Scarlet Witch (Elizabeth Olsen), die als Funktionscharaktere für die Geschichte eher irrelevant bleiben, gibt es zum Glück noch Black Widow (Scarlett Johansson), Hulk (Mark Ruffalo) und Hawkeye (Jeremy Renner), die schon früher in den Marvel-Filmen eingeführt wurden. Gerade letzterer gewinnt an Tiefe und Relevanz, ohne hier zu viel zu verraten.

Abgesehen davon, ist Avengers – Age of Ultron der erste Film in dem die Avengers als fertiges Team, mit klarer Rollenverteilung auftreten, zu dem sie im letzten Film geworden sind. Die fantastischen, humoristischen Sequenzen, die sich aus dieser Harmonie der Charaktere ergibt, sind vorzüglich gelungen.

Joss Whedon macht hier alles richtig: den Schwerpunkt auf die weniger populären Figuren zu legen und die Gruppendynamik als dramaturgisches Mittel einzusetzen, sind die richtige Herangehensweise um die Saga voranzutreiben und spannend zu halten. Die Befürchtung, dass es sich beim (sollte ich mich nicht verzählt haben) 10. Film der Reihe nur noch um eine Wiederholung des bereits Gesehenen handelt, bewahrheitet sich zum Glück nicht.

Maximilian Riemer

Maximilian Riemer ist Kino-Experte aus Leidenschaft. Ein guter Film gehört zweifelsohne zu den schönsten Dingen, die ihm über den Weg laufen könnten. In seinen Filmkritiken versucht er auch die technische Seite hinter den Filmen zu beleuchten und gibt dabei interessante Einblicke in das Handwerk.