Brüno

Brüno – im Moment findet sich kaum ein auffälligerer Name in den Medien. Aber wer genau ist eigentlich dieser Brüno? Nun er ist Modereporter beim fiktiven österreichischen Schwulensender OJRF, dem Österreichischen Jungen Rundfunk und Moderator der Fashion-Sendung „Funkyzeit“. Doch nach einem Missgeschick vor laufenden Kameras bei der Mailänder Fashion Week verliert er seinen Job und steht vor dem Aus – fast. Denn er beschließt, in die USA zu gehen und ein Star zu werden. Begleitet von seinem Assistenten Lutz versucht er eine neue Sendung mit prominenten Interviewpartnern aufzubauen. Doch seinen Gästen mangelt es seiner Meinung nach entweder an Bekanntheit oder Kooperation, woraufhin er mit unorthodoxeren Mitteln versucht Berühmtheit zu erlangen.

Ob nun als Friedensvermittler im nahen Osten, oder als Adoptivvater eines afrikanischen Babys, Sacha Baron Cohens Kunstfigur kritisiert in seiner ganz speziellen Darstellung die heutige Medienkultur. So geht Brüno ganz offen mit seiner Bulimie um und stellt seinen Ernährungsberater vor, der mit Eimer und Handschuh seines Amtes waltet und tauscht einen iPod gegen ein schwarzes Baby, mit dem er in einer Talkshow auftritt. Wie bereits in „Borat“ entstehen durch gezielte Provokation urkomische aber auch erschreckende Szenen, wie zum Beispiel mit Eltern, die bei einem Casting für Kleinkinder kein Problem damit haben, es einer Schönheitsoperation zu unterziehen oder es mit gefährlichen Chemikalien arbeiten zu lassen. Letztendlich sind die Parallelen zum homophoben, kasachischen Reporter „Borat“ aber zu groß und zeigen im Endeffekt nicht viel neues, zumal im Vorfeld des Kinostarts einige der Gags bereits gezeigt wurden. Nichtsdestotrotz ist „Brüno“ eine gelungene Gesellschaftssatire, die ganz bewusst des Öfteren die Grenzen des guten Geschmacks bricht und den Zuschauer zum Nachdenken, in erster Linie aber zum Lachen anregt.