Captain America 2: The Return of the First Avenger

Mit CAPTAIN AMERICA 2: THE RETURN OF THE FIRST AVENGER hält das Fernsehen nun wohl endgültig Einzug ins Kino. Verstehen Sie das bitte nicht falsch: diese Äußerung soll keineswegs die Qualität des Filmes bewerten (oder des Fernsehens). Die Fortsetzung von CAPTAIN AMERICA: THE FIRST AVENGER (2011) ist sehr unterhaltsam und technisch auf einem weit höheren Niveau, als der katastrophale erste Teil. Die Choreographien der Actionsequenzen sind großartig, vor allem die Eingangssequenz. Die Handlung ist spannend umgesetzt und sowohl die bekannten als auch die neuen Figuren werden mit ausreichender Tiefe dargestellt.

CAPTAIN AMERICA 2 ist nun allerdings schon der neunte Film in der Avenger-Saga, doch der erste, der so wenig Anspruch an Vollständigkeit hegt. Der Blockbuster ist nurmehr zu einer Episode einer Serie geworden, der mehr Handlungsstränge anbricht, als zu vollenden. Klar hatten auch die anderen Filme, wie zum Beispiel THOR 2 (2013) Cliffhänger am Ende und nicht zu vergessen, die Teaser nach dem Abspann. Aber dennoch war die Haupthandlung der vorigen Filme abgeschlossener (falls sich dieses Wort als Komparativ benutzen lässt) als CAPTAIN AMERICA 2 und bewahrten dadurch eine Eigenständigkeit, die dem Kino gerecht wird und den Kinogang rechtfertigt. Die Haupthandlung von CAPTAIN AMERICA 2 hingegen lässt sich schon eher als aktueller sozio-kultureller Kommentar begreifen, wie man ihn in Serien wie SOUTH PARK vorfindet und wird mal eben in das Konstrukt der größeren Erzählung über die Avengers eingefügt.

Nochmals: der Film ist gut und mach Spaß. Ich bin mir nur nicht sicher, ob ich das Konzept einer Kino-Serie – die wirklich als Serie funktioniert und nicht mehr als eine Sammlung von Sequels und Prequels – gut finden soll, wenn ich eine Lückenfüller-Episode hinnehmen muss. Es ist nicht wirklich befriedigend, wenn ich – anders als im Fernsehen – weiß, dass ich relativ lange auf die Fortführung warten muss und nicht weiß, ob diese Fortführung bereits in der nächsten Folge überhaupt vorgenommen wird. Es bleibt spannend, wie sich dieses Konzept entwickeln wird, doch ich hoffe, dass es nicht als gängiges Modell Einzug in die Kinolandschaft hält.

Maximilian Riemer

Maximilian Riemer ist Kino-Experte aus Leidenschaft. Ein guter Film gehört zweifelsohne zu den schönsten Dingen, die ihm über den Weg laufen könnten. In seinen Filmkritiken versucht er auch die technische Seite hinter den Filmen zu beleuchten und gibt dabei interessante Einblicke in das Handwerk.