Die drei Musketiere

Das 21. Jahrhundert ist bisher für den Film, das der Wiederholungen. Prequels, Sequels und Remakes prägen die Kinolandschaft nun schon seit über zehn Jahren. Mal wird man überrascht, mal enttäuscht. Was bieten „Die drei Musketiere“?

Zunächst – und auch nicht anderst zu erwarten – kommen „Die drei Musketiere“ mit ordentlichen Prügeleien mit den Soldaten der Kardinalsgarde daher. Dabei hält sich der Film im Groben an die Romanvorlage von Alexandre Dumas. Der junge D’Artagnan (Logan Lerman) aus Gascogne macht sich nach Paris auf, um Musketier zu werden. Bei einem Zwischenstopp beleidigt Rochefort (Mads Mikkelsen), der Hauptmann der Wachen des Kardinals, D’Artagnons Pferd, was in einer unfairen Auseinandersetzung mündet, in der D’Artagnan unterliegt.

In Paris kommt es dann zum Zusammenstoß mit den Musketieren. D’Artagnan verfolgt Rochefort und hat dabei drei unsanfte Begegnungen mit Athos (Matthew Macfayden), Aramis (Luke Evans) und Porthos (Ray Stevenson), die allesamt in einer Herausforderung zum Duell enden. Die Duelle werden aber von der Kardinalsgarde verhindert und zusammen mit den drei Musketieren schlägt D’Artagnan eine Übermacht an Feinden in die Flucht. Gemeinsam versuchen die vier nun die Intriegen von Kardinal Richelieu (Christoph Waltz) zu vereiteln, um Frankreich vor einem Krieg gegen den Herzog von Buckingham (Orlando Bloom) zu bewahren.

Die bereits erwähnten Scharmützel können sich sehen lassen. Paul W. S. Anderson („Alien vs. Predator“, „Resident Evil“) inszeniert das Schwertkampfballet im Stiel von „300“, mit exzessivem Slow-Motion-Einsatz – wenn auch nicht so blutig. Generell ist die Geschichte nicht sonderlich brutal. Es wird viel gekämpft und kaputt gemacht, aber schon fast in Slap-Stick-Manier und immer in Begleitung von frechen und vorlauten Sprüchen. Die flotte, humoristische Neuverfilmung der Erzählung um D’Artagnan und seine drei Musketiere ist seichte, gute Unterhaltung, gestützt von einem ansehnlichen Cast. Charakterdarsteller Christoph Waltz spielt den bösen, intiganten Kardinal hervorragend, wie aber auch schon den Nazioffizier oder Mafiaboss.

Orlando Bloom als englischer, arroganter und leicht überheblicher Herzog ist ebenso eine gute Wahl, wie die Augenweide Milla Jovovich als Milady De Winter. Die drei Musketiere werden von den nicht ganz so bekannten Schauspielern Matthew Macfayden, Luke Evans und Ray Stevenson gemimt. Der Jungschauspieler Logan Lerman, den man aus „Percy Jackson“ kennt, genau wie „Säulen der Erde“-Star Mads Mikkelsen kompletieren das Ensemble. Sogar Til Schweiger ist für einen kurzen Gastauftritt zu sehen.

Die deutsch-französisch-britische Koproduktion ist alles in allem keine Überraschung, wie Christopher Nolans „Batman“-Filme, aber auch keine Enttäuschung, wie es viele Prequels, Sequels und Remakes der vergangenen zehn Jahre sind.

Maximilian Riemer

Maximilian Riemer ist Kino-Experte aus Leidenschaft. Ein guter Film gehört zweifelsohne zu den schönsten Dingen, die ihm über den Weg laufen könnten. In seinen Filmkritiken versucht er auch die technische Seite hinter den Filmen zu beleuchten und gibt dabei interessante Einblicke in das Handwerk.