Die Herzogin

England gegen Ende des 18. Jahrhunderts: Die junge Georgina Spencer (Keira Knightley) wird von ihrer Mutter mit dem einflussreichen Herzog von Devonshire verheiratet. Doch statt in der Geborgenheit einer harmonischen Ehe zu leben, fühlt sich Georgina ungeliebt und gefangen in ihrem goldenen Käfig. Der unterkühlte Herzog zeigt mehr Interesse an der Zeugung eines Erben, als an einer romantischen Beziehung. Georgina jedoch bleibt die Geburt eines jungen verwehrt. Stattdessen bringt sie im Laufe der Ehe zwei Mädchen zur Welt, ganz zum Unmut des Herzogs, der zunehmend die Geduld verliert. Trost und Ablenkung von der ungeliebten Beziehung zu ihrem Mann sucht Georgina bald im gesellschaftlichen Leben der englischen High Society. Doch ihr Engagement kann kaum über ihre unglückliche Ehe hinwegtäuschen. Die Situation spitzt sich drastisch zu, als sie feststellen muss, dass sich der Herzog im Bett lieber mit ihrer besten Freundin Bess (Charlotte Rampling) vergnügt, als mit ihr. In ihrer Einsamkeit lässt sich sie auf eine Affäre mit dem jungen Politiker Charles Grey (Dominic Cooper) ein. Wohlwissend, dass die Beziehung dem Herzog nicht verborgen bleibt.

Eigentlich sollte man die Herzogin Georgina um ihr prunkvolles Leben beneiden, doch hinter der schillernden Fassade steckt viel Einsamkeit und Unglück. Keira Knightley zeigt sich in der Rolle der Georgina von ihrer besten Seite und geht in ihrem Schauspiel voll auf. Wie bereits in „Stolz und Vorurteil“ merkt man, wie sehr ihr die Rolle der vornehmen englischen Dame steht. Es scheint, als würde sie in ihren Historischen Kostümen komplett in die Identität ihres Charakters übergehen. Ebenfalls stark ist die Darbietung des scheinbar herzlosen Herzogs von Devonshire, gespielt von Ralph Fiennes. Zusammen mit den authentischen Kostümen, Szenerien und etwas Kitsch nimmt „Die Herzogin“ den Zuschauer mit auf eine spannende, aber auch tragische Zeitreise in die Welt des englischen Adels.