Eva Padberg über „Triff die Robinsons“

Lewis ist auf der Suche nach seinen leiblichen Eltern – wonach suchten Sie in seinem Alter?

Nach Schätzen in unserem Hof. In seinem Alter habe ich immer wieder einmal unseren Garten umgegraben in der Hoffnung dort Schätze zu finden. Ich weiß allerdings nicht, wie ich zu dieser Idee gekommen bin und habe auch nie etwas gefunden. Aber man soll ja niemals aufgeben…

Wie kann man sich Ihre Jugend vorstellen? Sie sind ja in einem sehr kleinen Dorf aufgewachsen…

Ja, das war ein ganz kleines Dorf und alles war sehr ländlich. Wir haben ein Haus mit einem riesigen Garten und da ist man dann sehr oft herumgestromert, obwohl ich ein ziemliches Fernsehkind war. Also, ich war eines der Kinder, die lieber Fernsehen geschaut haben statt rauszugehen. Aber wenn ich dann rausgegangen bin, fand ich das immer ganz schön. Es war immer diese Faulheit, die sich wie ein roter Faden durch mein ganzes Leben zieht. Das Problem habe ich heute immer noch, wenn ich zum Beispiel ins Fitnessstudio gehe und mir dann denke, dass ich das eigentlich öfter machen könnte. Aber irgendwie kommt es dann doch nicht dazu. In meiner Jugend habe ich viel mit Freunden gemacht. Ich hatte immer mehr männliche als weibliche Freunde, weil es bei uns in der Nachbarschaft eben mehr Jungs gab und so bin ich dann immer mit auf die Bäume geklettert und habe Erbsenschleudern gebaut mit denen wir dann auf Menschen geschossen haben.

Hatten Sie damals schon das Ziel die große, weite Welt zu entdecken?

Nein, das kam erst im Teenager-Alter, als ich mir immer wieder gedacht habe, dass es doch eigentlich ganz schön langweilig auf dem Dorf ist. Ich habe ein sehr romantisches Bild von meiner Kindheit und möchte auch, dass das meine Kinder, wenn ich einmal welche haben sollte, genauso erleben können. Im Dreck graben und mit Regenwürmern spielen, das Vieh füttern und meinem Vater beim Schlachten zusehen – das sind alles Dinge, die man rückblickend ganz toll findet, aber als Kind fand ich das wahrscheinlich auch nicht immer so super. Ich wollte viel lieber in die Großstadt und Einkaufen gehen.

Eine Figur zu synchronisieren ist ja etwas Neues für Sie – war es schwierig oder eher leicht?

Es war nicht so schwierig wie ich dachte und es hat eigentlich alles ziemlich gut funktioniert. Ich hatte ja auch eine eher kleine Rolle und musste nicht so viel sagen aber ich musste viel schreien und war nach dem Tag total heiser. Das hat mir aber alles sehr viel Spaß gemacht und ich hätte auch Lust noch einmal etwas in dieser Art zu machen. Am liebsten etwas, wo ich mehr mit meiner Stimme machen kann und sie auch verstellen kann. Ich habe daraus auch viel gelernt.

Wie ist der Kontakt zu „Triff die Robinsons“ entstanden?

Mein Management hatte schon länger Kontakt zu Disney und letztes Jahr kam dann die Anfrage ob ich Lust dazu hätte. Ich habe sofort zugesagt und es war mir auch relativ egal, welche Rolle ich da jetzt sprechen sollte. Animierte Filme sehe ich total gerne und deshalb wollte ich da auch einmal mitmachen. Am Ende war ich dann auch richtig stolz, dass ich das geschafft habe und das Ergebnis gesehen habe.

Können Sie die Geschichte des Films kurz zusammenfassen?

Die Hauptfigur ist Lewis und er ist ein Waisenjunge, der sehr viele Erfindungen macht und dabei dann auch ein bisschen den Mut verliert, weil nie etwas funktioniert. Er bekommt dann Besuch von Wilbur aus der Zukunft und wird dann von ihm mitgenommen. Dort lernt er Wilburs Familie kennen und stellt schnell fest, dass die alle ein wenig durch geknallt sind.

Gibt es Überschneidungen zwischen Tallulah und Ihnen?

Ja, dieser starke Zusammenhalt der Familie verbindet uns zum Beispiel und natürlich auch die Verbundenheit zur Mode. Gibt es einen anderen Charakter, den Sie lieber gesprochen hätten, der Sie mehr interessiert hätte? Ich finde die eigentlich alle ganz toll. Die Lehrerin mit den Coffein-Patches ist zum Beispiel sehr lustig, aber das hätte ich nicht rüberbringen können, dafür bin ich nicht verrückt genug. Ursprünglich habe ich auch mal für die Mutter vorgesprochen, aber für diese Rolle klingt meine Stimme zu jung. Das hätte sie viel jünger gemacht und das hätte nicht gepasst.

Kommt natürliche Schönheit eigentlich wirklich von Innen oder ist das nur so ein Spruch um die Benachteiligteren ruhig zu stellen?

Ich denke schon, dass jemand der äußerlich sehr schön aber mit seinem Leben total unzufrieden ist, irgendwie auch hässlich ist. Unzufriedenheit ist etwas, dass einen Menschen sehr entstellen kann und ich denke, dass man Glück sehen kann. Das macht einen dann automatisch irgendwie attraktiv und anziehend. Auch wenn jemand verliebt ist sieht man das demjenigen an und das hat auch eine gewisse Wirkung auf die Außenstehenden.

Die Öffentlichkeit hat ja eine gewisse Vorstellung vom Leben eines Top-Modells – wie unterscheidet sich diese Vorstellung von der Realität?

Es gibt ja viele Vorurteile. Dass sich Modells zum Beispiel immer anzicken und sich an die Gurgel gehen, wenn sie sich sehen. Das stimmt natürlich nicht. Modells gehen auch nicht die ganze Zeit auf Partys, denn wenn wir das machen würden, könnten wir auch nicht gut arbeiten. Auch diese Oberflächlichkeit die Modells nachgesagt wird, ist ein Vorurteil. Die Modells, die ich kennengelernt habe, sind wahnsinnig interessante Menschen und jeder hat irgendwie ein anderes Ziel im Leben. Es gibt welche, die das machen um sich das Studium zu finanzieren und andere machen es, um etwas von der Welt zu sehen. Es gibt dann natürlich auch noch die, die im Rampenlicht stehen möchten.

Was war Ihre eigene Motivation?

(lacht) Ich wollte ganz viel Geld verdienen.

Wirklich?

Bei mir war es eigentlich alles so ein bisschen. Ich hatte eben die Möglichkeit das zu machen und ich hätte mich sehr geärgert, wenn ich diese Chance nicht ergriffen hätte. Ich komme ja auch vom Dorf und da bekommt man auch nicht so viele Chancen. Was wäre die Alternative gewesen? Ich habe mit 15 angefangen als Modell zu arbeiten und davor wollte ich immer etwas kreatives machen – Grafikdesign oder irgendetwas in diesem Bereich. Das hat sich dann aber nicht weiter gefestigt.

Wie reagiert man, wenn man erfährt, dass man zur „Sexiest Woman of the Year“ gekürt worden ist? Freut man sich da oder sagt man sich da, dass man das eigentlich nicht möchte?

Ich habe mich schon gefreut, aber ich habe gedacht, dass da irgendwie gemogelt wurde, weil man das selbst gar nicht glauben kann. Aber warum nicht, das kann man ja dann auch später mal seinen Enkelkindern erzählen und die werden dann nicht glauben, dass diese runzelige, alte Omi mal die „Sexiest Woman of the Year“ war.

Ist es schwierig als Mann neben Ihnen zu leben ohne eifersüchtig zu sein?

Niklas war eigentlich nie eifersüchtig. Ich glaube, dass man als Modell einen Mann braucht, der selbstbewusst ist und das ohne arrogant zu sein. Jemanden, der auch ein eigenes Leben und eigene Interessen hat und nicht, wie ein Hund hinter einem herläuft – obwohl ich Hunde wirklich sehr mag. Wenn man eifersüchtig ist, kann man mit einem Modell auch nicht zusammen sein. Das war bei Niklas und mir kein großes Thema weil das Vertrauen groß genug war. Ich habe mit 15 angefangen als Modell zu arbeiten und mit 16 sind wir dann zusammengekommen. Er hat das somit von Anfang an miterlebt und wir sind da zusammen reingewachsen.

An welchen Tagen fühlt sich Eva Padberg ganz hässlich?

Das hat etwas mit Stimmung zu tun und da kann es schon genügen, wenn die Sonne nicht scheint.

Vielen Dank für das Interview!

Daniel Fürg

Daniel Fürg

Daniel Fürg absolvierte eine Ausbildung beim Bayerischen Rundfunk und bildete sich an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing zum Kommunikationswirt fort. Er gründete verschiedene Onlinemedien, wie zum Beispiel MUNICH's BEST, 100SINS oder Social Secrets und arbeitete unter anderem für den Bayerischen Rundfunk, die Finanzsparte von Siemens, die Sana Kliniken AG und die MAROundPARTNER GmbH. Als Geschäftsführender Gesellschafter von Fürg Media berät er heute Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher Kommunikationsstrategien. Daniel Fürg engagiert sich außerdem aktiv als Mitglied des Vorstands im Internationalen PresseClub München e.V. und ist Initiator der Digital Future Conference 48forward.