Flash Of Genius

1967 sind alle großen amerikanischen Autohersteller hinter dieser Erfindung her: Dem Intervall-Scheibenwischer. Sein Erfinder, der Universitätsprofessor Robert Kearns (Greg Kinnear), verhandelt lange mit Ford, bis der Gigant aus Detroit unvermittelt absagt. Kurz danach muss der enttäuschte Kearns erleben, wie der Ford Mustang mit seiner Erfindung der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Kearns klagt und begibt sich in einen aufsehenerregenden Kampf um Anerkennung und Gerechtigkeit. Seine Frau Phyllis (Lauren Graham) und seine Kinder unterstützen ihn nach Kräften. Doch der Konzern hat Geld, Macht und vor allem: Zeit. Kann Kearns den übermächtigen Gegner in die Knie zwingen?

„David gegen Goliath“ – Robert Kearns gegen Ford – dies ist der Kampf um Gerechtigkeit, um den es im Regiedebüt von Produzent Marc Abraham geht. Die wahre Begebenheit um die Erfindung des Intervall-Scheibenwischers von Robert Kearn verspricht eine authentische und echte Atmosphäre des Filmes vor Beginn…

Der Hauptprotagonist versucht sich trotz diverser Widrigkeiten und dem potentiellen Bruch der Familie in einem mutigen Kampf gegen den übermächtigen Autokonzern Ford durchzusetzen, der seine Erfindung zu eigenen Zwecken geklaut hatte. Es geht um Gerechtigkeit, Ehre und um die Wahrheit. Zunächst wird Kearns in der Exposition als liebender Vater und Ehemann an den Zuschauer herangeführt. Eine angesetzte, emotionale Basisbildung, um in den anschließenden Filmminuten, die mehrere Jahrzehnte des Mannes umfassen (Patent meldete er 1960 an, der Prozess gegen Ford jedoch begann erst 1990), nicht manchmal negative Sympathien für den Hauptdarsteller zu entwickeln. Doch leider ist diese Idee des Regisseurs fehlgeschlagen. Vielmehr empfindet man als Zuschauer immer weniger Mitleid mit dem alleinigen Star des Filmes, denn Geld wird von ihm rigoros ausgeschlagen, die Familie wird ignoriert und sogar den Verlust seiner Ehe scheint er für seinen obsessiven, wahnhaften Kampf gegen Ford in Kauf zu nehmen. Die Wahrhaftigkeit der Gefühle und der ständigen Zerrissenheit und Verzweiflung, die den wahren Kearn begleitet haben müssen, kommen hier nicht wirklich zur Geltung. Es wird eine Lebensgeschichte ohne Tiefgang abgefrühstückt, die zeitweise auch noch zäh und langweilig ist. Das starre, eindimensionale Auftreten der Figur, die ohne Rücksicht auf Verluste auf ihr Recht pocht, macht den Film nicht zu einem einfühlsamen Drama, das ansatzweise das Gefühlsspektrum erahnen lässt, das dem echt Kearn widerfahren sein muss. Der innere Kampf wird im Film zu sehr auf der Oberfläche ausgetragen und gewährt keinen Einblick in die verzweifelte Psyche des Hauptdarstellers. Dies mag nicht an der Darstellung des Greg Kinnears liegen, der bravourös versucht seiner Figur Leben einzuhauchen, sondern eher am Konzept des Drehbuchs. Prinzipiell lässt sich sagen, dass der Film auf eine sehr interessante Filmidee baut, die leider durch seine Umsetzung nicht funktioniert. Es ist eine wahre ‚Underdog-Geschichte’, die leider nur in ihren Ansätzen auf den Zuschauer Wirkung versprüht.