Franz Dinda über „Kein Bund für’s Leben“

Wie ist der erste Kontakt zu „Kein Bund für’s Leben“ entstanden?

Im Anschluss an die Verleihung des New Faces Awards 2006, den Paula und ich für „Die Wolke“ bekommen hatten, sprach mich einer der Produzenten des Films an und der Stein kam ins rollen…

Wie stehst Du persönlich zum Wehrdienst?

Wehrdienst wäre für mich eh nie in Frage gekommen, eher Zivildienst, aber da ich direkt nach dem Abitur auf die Schauspielschule gegangen bin, war ich irgendwann zu alt, um eingezogen zu werden. Das war ganz gut so, da ich mich dadurch voll auf meinen Beruf konzentrieren konnte.

Was hältst Du von der politischen Idee die Wehrpflicht abzuschaffen?

Diese Entscheidung ist schon lange überfällig. Ein stehendes Heer würde die Interessen der deutschen Bundeswehr mehr als erfüllen können und gewährleisten, dass nicht diejenigen eingezogen werden, die beruflich sowieso eine völlig entgegengesetzte Richtung anpeilen. Andere Länder wie Frankreich gehen mit gutem Beispiel voran. Bei uns wird das ganze unter dem Deckmantel der sozialen Verantwortung hinausgezögert…

Welche Erfahrungen hast Du mit der Bundeswehr gemacht?

Da vom kompletten Filmteam nur zwei Leute bei der Bundeswehr waren, mussten wir im Rahmen der Vorbereitung an einem dreitägigen Bundeswehr-Camp teilnehmen. Für mich hat diese Erfahrung wieder gezeigt, dass es die richtige Entscheidung war, zu verweigern, da ich einfach keinen Reiz darin sehe, durch den Dreck zu robben, wenig zu schlafen, schlecht zu essen, mich nur kalt duschen zu können, mein Leben für einen fragwürdigen Friedensgedanken zu riskieren und mich Befehlshabern unterzuordnen, die statt ja und nein nur noch mit positiv und negativ antworten…

Wie würdest Du Basti beschreiben?

Basti ist ein völlig normaler Jugendlicher, der die oben genannten Ansichten mit mir teilt und deswegen verweigert hat. Dass sein bester Freund seine Verweigerung entgegen seines Versprechens nicht abgeschickt hat, um an seine Freundin ranzukommen, kann er natürlich nicht ahnen. Als ihn dann die Feldjäger abholen um ihn in die geschlossene Bundeswehr einliefern, ist er nur eins: fassungslos. Das setzt sich dann in seiner Bundeswehr-Odysee fort, da er dort auf einen Haufen Freaks trifft, die alle seine Vorurteile gegenüber der Bundeswehr bestätigen. Basti geht mit einem einzigen Kopfschütteln durch den Film und kann einfach nicht fassen, was er da sieht…

Wie würdest Du die Arbeit von Granz Henman in Worte fassen?

Ein präzisser Workaholic mit einem scheinbar angeborenen Instinkt für Komik und Timing. Was er an Energie und Herzblut in dieses Projekt gesteckt hat ist wirklich beeindruckend gewesen. Ich habe ihn während der Dreharbeiten sehr schätzen gelernt und ich wünsche es ihm und allen Beteiligten, dass sich diese Ackerei entsprechend auszahlen wird. Auf alle Fälle darf unser Film den Aspruch haben, auf einen Zuschauererfolg-Erfolg zu hoffen.

Hast Du eine besondere Lieblingsszene im Film?

Die Panzerfahrt zum Drive-In. Nicht nur, weil unser Regisseur den Mitarbeiter spielt,der die Bestellungen entgegennimmt, sondern auch weil diese ganze Szene so lustig und abstrus war, dass man sich freut, sie zumindest filmisch erlebt zu haben…

Welche Szenen waren beim Dreh besonders anstrengend?

Die Drill-Szenen. Durch Matsche robben und anschließend der eiskalte See, das war auf jeden fall kräftezehrend. Zumal wir die wahrscheinlich an die 1000 Mal gedreht haben…

Vielen Dank für das Interview!

Daniel Fürg

Daniel Fürg

Daniel Fürg absolvierte eine Ausbildung beim Bayerischen Rundfunk und bildete sich an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing zum Kommunikationswirt fort. Er gründete verschiedene Onlinemedien, wie zum Beispiel MUNICH's BEST, 100SINS oder Social Secrets und arbeitete unter anderem für den Bayerischen Rundfunk, die Finanzsparte von Siemens, die Sana Kliniken AG und die MAROundPARTNER GmbH. Als Geschäftsführender Gesellschafter von Fürg Media berät er heute Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher Kommunikationsstrategien. Daniel Fürg engagiert sich außerdem aktiv als Mitglied des Vorstands im Internationalen PresseClub München e.V. und ist Initiator der Digital Future Conference 48forward.