Hugo Cabret

Im Paris der 1930er Jahre lebt der zwölfjährige Hugo Cabret (Asa Butterfield) allein hinter den Kulissen des Bahnhofs Gare Montparnasse. Nachdem sein Vater, ein begabter Uhrmacher, bei einem Brand ums Leben kam, wurde Hugo von seinem Onkel Claude in den Bahnhof gebracht, um ihm bei der Instandhaltung der großen Uhren zu helfen. Als Claude eines Tages verschwindet, muss sich Hugo nun komplett selbst um alles kümmern. Erschwerend hinzu kommt, dass er gezwungen ist mit dem Bahnhofswächter (Sasha Baron Cohen) „Verstecken“ zu spielen, um so die Einweisung in ein Waisenhaus zu vermeiden. Das einzige was ihm jetzt noch Lebenskraft gibt, ist die Hingabe zu seinem „Automaton“, einem mechanischen Apparat, den er um jeden Preis zu reparieren versucht, da es das einzige ist, das ihn noch mit seinem Vater verbindet. Ersatzteile dafür stiehlt er des Öfteren bei einem kleinen Spielwarenladen der von George Melies (Ben Kingsley) geführt wird. Doch als Hugo entdeckt wird, nimmt Melies ihm sein Notizbuch weg, in dem die Pläne des Automaton stehen. Glücklicherweise trifft Hugo auf die Nichte von Melies, Isabelle (Chloë Grace Moretz), die ihm verspricht dabei zu helfen, sein Notizbuch wieder zu bekommen.

„Hugo Cabret“ startete in den USA schon Ende November und hatte somit die Chance in den Toplisten amerikanischer Kritiker als einer der besten Filme 2011 zu erscheinen. Er wurde und wird mit Nominierungen für Auszeichnungen regelrecht erschlagen (unter anderem 11 Nominierungen bei den Academy Awards 2012, darunter „Bester Film“ und „Beste Regie“). Und das kommt nicht von ungefähr: Scorsese hat mit seinem 3D Erstversuch direkt ins Schwarze getroffen. Seit „Avatar“ gibt es keinen Film der die Technik so eindrucksvoll einsetzt, ohne dass diese aufdringlich oder störend wirkt. Die Effekte dienen ausschließlich der Ergänzung der lebendigen, abenteuerlichen Atmosphäre, die von einem ausgezeichneten Soundtrack von Howard Shore untermalt wird. Der Cast leistet hervorragende Arbeit, allen voran Ben Kingsley, der in der Rolle des alten griesgrämigen Mannes, der alles verloren hat, zu seinem alten, leidenschaftlichen Ich findet. Diese Rolle des George Melies und dessen Geschichte, bringt den Film erst ab der Hälfte der Spielzeit auf das eigentliche Thema. Es geht um die Historie des Filmemachens, die Leidenschaft und das Herzblut in den bewegten Bildern, die uns doch von Tag zu Tag auf ein Neues fesseln. So schuf Martin Scorsese mit „Hugo Cabret“ einen familienfreundlichen, faszinierenden Film, der neben der liebevoll erzählten Story, uns eine kleine Geschichtsstunde gibt und uns so uns für das Wunder und den Zauber des Kinos begeistert.

Christian Buchberger

Christian ist seit dem ersten Tag Teil des kino-site.de-Teams. Er liebt gute Filme und hat eine besondere Leidenschaft für Science-Fiction.