Inglourious Basterds

Im ersten Jahr der deutschen Besatzung Frankreichs. Shosanna Dreyfus (Mélanie Laurent) muss mit ansehen wie der Nazi Oberst Hans Landa (Christoph Waltz) ihre gesamte Familie ermordet. Shosanna gelingt es nur knapp, zu entkommen. Sie flieht nach Paris und legt sich dort eine neue Identität als Besitzerin eines Kino zu.
Anderswo in Europa stellt Leutnant Aldo Raine (Brad Pitt) eine Gruppe bestehend aus jüdisch-amerikanischen Soldaten zusammen, die flinke, schockierende Vergeltungsschläge begehen soll. Später werden sie dem Feind als „Die Bastarde“ ein Begriff sein. Raines Truppe kontaktiert die deutsche Schauspielerin und Geheimagentin Bridget von Hammersmark (Diane Kruger) für einen Einsatz, um die Führer des III. Reichs zu töten. Schicksale verschmelzen im politischen Untergrund und Schutz von Shosannas Kino. Die junge Frau plant dabei ihren ganz persönlichen Rachefeldzug…

Die Geschichte von „Inglourious Basterds“ begann vor etwa 10 Jahren als Quentin Tarantino dem Produzenten Lawrence Bender aus seinen Auszügen vorlas. Bender war damals schon begeistert. Tarantino spielte aber mit dem Gedanken, aus dem Projekt eine Mini-Serie für das Fernsehen zu machen, dann wiederum wollte er aus dem Stoff zeitweise auch einen Roman schreiben. Jetzt hat es „Inglourious Basterds“ aber doch noch in die Kinos geschafft. Und das Ergebnis ist umwerfend. Erzählt wird in einzelnen Kapiteln, die zum Ende ein Ganzes ergeben. Das kennen wir ja bereits vom Meister. Aber jetzt vermischt er die Genres wie niemals zuvor. Jedes Kapitel hat dabei seinen eigenen Look und setzt auf eine andere Gefühlslage. Der Beginn ist beispielsweise wie in einem Spaghetti-Western, aber mit der Ikonographie des 2. Weltkriegs. Außerdem überrascht das Drehbuch die Kinobesucher, weil sich reale und erfundene Charaktere laufend begegnen. Der Maskenbildner Greg Nicotero beschreibt es am besten: „Wichtig dabei ist der erste Satz des Drehbuchs: ‚Es war einmal im Nazi-besetzten Frankreich.‘ Es ist ein Märchen, das im Tarantino-Stil erzählt wird.“ Auch die Rollenvergabe hatte es in sich. Die Produktion wollte einen Schritt Richtung Internationales Kino. Jede Rolle wurde mit Schauspielern besetzt, die aus dem jeweiligen Land kamen, aus dem auch die zu verkörpernde Figur stammte. Das war auch die beste Entscheidung. Top besetzt und mit glänzenden schauspielerischen Leistungen: Daniel Brühl, August Diehl (wieder beeindruckend), Til Schweiger und Diane Kruger agieren tadellos. Brad Pitt zeigt ebenfalls eine tolle Vorstellung als brutaler mit schrägem Witz und amüsantem Akzent ausgestatteten Anführer der „Inglourious Basterds“. Einer seiner besten Rollen bisher. Mélanie Laurent („So ist Paris“) als Racheengel bietet sogar eine Glanzleistung, die besser hätte kaum gespielt werden können. Ihr internationaler Durchbruch ist hiermit gelungen. Die beste Darbietung ist aber Christoph Waltz geglückt. Herausragend verkörpert er den Oberst Hans Landa, den er erschreckend, angsteinflößend, unbarmherzig und mit beißendem Sarkasmus spielt. Die goldene Palme von Cannes, die er für den besten Schauspieler erhielt, ist mehr als verdient. Quentin Tarantino serviert diesen Cocktail gewohnt mit krasser Gewalt und pechschwarzem Humor. „Inglourious Basterds“ ist zudem eine Liebeserklärung ans Kino. Die Details um das Attentat im Kino sprechen Bände. Ganz großes Kino präsentiert hier Quentin Tarantino. Ein Muss für jeden Film-Fan!