Iron Sky – Wir kommen in Frieden

Kurz bevor der zweite Weltkrieg vorbei ist, fliehen die Nazis zum Mond und errichten eine Kolonie auf dessen dunklen Seite. Bis 2018 bleiben sie dort unentdeckt, doch dann werden sie von einer kleinen Mondexpedition der Amerikaner gefunden. Die Nazis sehen ihre Zeit gekommen die Invasion zur Erde zu starten, aber nicht, ohne eine letzte Aufklärungsmission vorauszuschicken: Klaus Adler (Götz Otto) und seine Verlobte Renate Richter (Julia Dietze) machen sich auf zur Erde um einen Computer zu finden, der in der Lage ist, das Flaggschiff der Nazis zu steuern.

Der finnische Regisseur Timo Vourensola konnte bisher mit den No-Budget-Filmen der „Star-Wreck“-Reihe – Parodien auf die „Star Trek“-Filme – Erfahrungen sammeln. „Iron Sky“ war für ihn das erste große Kinoprojekt. 7,5 Millionen Euro betrugen die Produktionskosten, von denen ein Teil durch Crowdfunding von Fans finanziert wurde. Und diese dürften nicht enttäuscht werden. Eine große Leistung, die der Film erbringt, ist seine Haltung gegenüber den Regierungen jeder Nation. Während der Invasion der Nazis offenbart sich, mit großartigem Humor inszeniert, die „Integrität“ der verschiedenen UN-Nationen: Der Wahlkampf der US-Präsidentin ist ein Mix aus Verzweiflung und Rassismus, die Russen reaktivieren die zerstört geglaubte Raumstation MIR und die Frage nach Massenvernichtungswaffen der einzelnen Länder wird auch beantwortet. Und die Nazis? Nun, bis auf ihre archetypischen Anführer scheinen sie so böse gar nicht zu sein. Ihr Bild des Führers Hitler wird bestimmt durch eine Kurzfassung des „großen Diktators“ und generell wollen sie nur auf die Erde zurück, um zu helfen. So hat man auf beiden Seiten Identifikationsmodelle und Bösewichter, gespielt von einem beeindruckenden Cast. Udo Kier, Götz Otto und die deutschstämmige Französin Julia Dietze bilden nur die Spitze. Überzeugend spielen sie alle und man merkt, dass es sich um ein Projekt handelt, an dem jeder Beteiligte Spaß hatte. Ein Eindruck, der die gute Unterhaltung hervorragend abrundet.

Maximilian Riemer

Maximilian Riemer ist Kino-Experte aus Leidenschaft. Ein guter Film gehört zweifelsohne zu den schönsten Dingen, die ihm über den Weg laufen könnten. In seinen Filmkritiken versucht er auch die technische Seite hinter den Filmen zu beleuchten und gibt dabei interessante Einblicke in das Handwerk.