Jo Nesbøs Headhunters

Roger Brown (Aksel Hennie) ist ein Mann, der auf den ersten Blick alles zu haben scheint und eigentlich überaus glücklich sein müsste. Er ist der erfolgreichste Headhunter weit und breit, wohnt in einem architektonischen Meisterwerk und ist mit der bildhübschen Galeristin Diana (Synnøve Macody Lund) verheiratet. Doch allein mit seinem Beruf kann er seinen kostspieligen Lebensstil nicht einmal annähernd finanzieren. Um die Ausgaben einigermaßen decken zu können, führt Roger ein gefährliches und kriminelles Doppelleben. Er hört seine Klienten aus, um in Erfahrung zu bringen, ob diese teure Kunstwerke besitzen. Ist dies der Fall bricht er in deren Wohnung ein und raubt die kostbaren Malereien, um diese anschließend zu verkaufen. Dies alles läuft wunderbar und Roger entwickelte hat mit der Zeit eine zuverlässige Routine entwickelt, die ihm seine Aktionen einfach macht. Als er dann jedoch einen Geschäftsführer für ein namhaftes GPS-Unternehmen finden soll, trifft er auf den imposanten Geschäftsmann Clas Greve (Nikolaj Coster-Waldau). Roger merkt schnell, dass die üblichen Techniken bei Clas nicht funktionieren und ist beeindruckt. Er scheint der perfekte Kandidat für den Geschäftsführerposten zu sein und als sich die beiden über das Geschäft unterhalten, erfährt Roger zufällig, dass Clas in Besitz eines verloren geglaubten Gemäldes von Rubens ist. Bei solch einem gewinnbringenden Werk kann sich Roger natürlich nicht zurückhalten – er stiehlt das Bild. Bald muss er jedoch feststellen, dass er sich in diesem Fall den falschen Gegner ausgesucht hat. Roger verheddert sich in einem Netz von Intrigen und muss schließlich um sein Leben rennen – der Beginn einer brutalen und blutigen Verfolgungsjagd.

Jo Nesbøs Romane erhielten bereits zahlreiche Auszeichnungen und sind in über 40 Sprachen zu lesen. Insgesamt verkaufte er bislang über 11 Millionen Bücher und gehört längst zu den renommiertesten und erfolgreichsten Thrillerautoren der Welt. Kein Wunder also, dass es nicht lange dauerte, bis sich auch die Filmbranche seiner Geschichten annahm. „Headhunters“ eignete sich für diesen Zweck besonders gut, da die Geschichte nicht Teil der bekannten „Harry Hole“-Reihe ist, sondern eine gänzlich eigenständige Geschichte ist. Produziert wurde der Film von Yellow Bird – dieselbe Produktionsfirma, die auch schon für Stieg Larssons „Millenium-Trilogie“ verantwortlich zeichnete. Ebenso wie die Verfilmung der Stieg Larsson Reihe ist auch „Headhunters“ durchgehend spannend und fesselnd. Man spürt die Anspannung und Angst der Figur Roger Brown regelrecht und fiebert mit. Dies liegt nicht zuletzt auch an der großartigen schauspielerischen Leistung des hierzulande bedauerlicherweise recht unbekannten Aksel Hennie. Er schafft es, den Charakter als Gegenstück zu den üblichen Filmhelden zu zeichnen und setzt sich hierbei deutlich vom Einheitsbrei ab.

Insgesamt ist „Headhunters“ vor allem für Freunde skandinavischer Thriller zu empfehlen – wer mit dieser Art Film nichts anfangen kann, wird auch mit „Headhunters“ nicht glücklich werden und sollte eher auf die bereits angekündigte Hollywood-Verfilmung warten. Wer jedoch gerne in die Welt dieser Filme und Geschichten eintaucht, somit auch die Art derartiger Verfilmungen versteht und bevorzugt, wird mit „Headhunters“ bestens bedient.

Daniel Fürg

Daniel Fürg

Daniel Fürg absolvierte eine Ausbildung beim Bayerischen Rundfunk und bildete sich an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing zum Kommunikationswirt fort. Er gründete verschiedene Onlinemedien, wie zum Beispiel MUNICH's BEST, 100SINS oder Social Secrets und arbeitete unter anderem für den Bayerischen Rundfunk, die Finanzsparte von Siemens, die Sana Kliniken AG und die MAROundPARTNER GmbH. Als Geschäftsführender Gesellschafter von Fürg Media berät er heute Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher Kommunikationsstrategien. Daniel Fürg engagiert sich außerdem aktiv als Mitglied des Vorstands im Internationalen PresseClub München e.V. und ist Initiator der Digital Future Conference 48forward.