John Wick

Keanu Reeves ist John Wick: Auftragskiller im Ruhestand. Er zog sich aus diesem tödlichen Geschäft zurück als er seine Frau kennen lernte. Nun ist sie kürzlich einer Krankheit erlegen und das einzige was dem Ex-Hitman von seiner großen Liebe noch bleibt ist ein Hund namens Daisy. Doch auch der hat leider ein viel zu kurzes Leben: der Sohn des Syndikatbosses Viggo Tarasov (Michael Nyqvist), Iosef (Alfie Allen), tötet den Hund und stiehlt Wicks Auto. Natürlich sinnt Wick auf Rache und muss dafür wieder in die Welt der Auftragskiller eintauchen.

Die Synopsis hört sich nicht sonderlich spannend an, doch man braucht nunmal einen Grund, damit ein Mann loslaufen kann um Massen an Schurken zu töten. Dieser Mann sollte nach Möglichkeit auch sympatisch sein, also ist er ein abgehalfteter Aussteiger, dessen Frau kürzlich auf tragische Weise gestorben ist. Und so kann man am Rande auch noch die Frage stellen, ob wer Schlechtest tut, dem auch Schlechtes widerfährt und ob sich das Böse je ändern kann.

Doch manchmal wird auch das Abgedroschene gut aufgearbeitet. Geschickt wird Wick als körperlich verletzlich gezeigt, trotz dem, dass er der tödlichste Mann unter den Lebenden ist und bringt so ausreichend Spannung in die Action. Zuletzt scheiterte beispielsweise THE EQUALIZER (2014) an diesem Supermansyndrom: ein zu überlegener Protagonist versagt einem die Einfühlung. Wenn hingegen John eine Faust in die Magengegend bekommt, fühlt man das als Zuschauer, was bei einem Film, der zum größten Teil aus Actionsequenzen besteht, durchaus maßgeblich ist.

Kein Wunder, ist JOHN WICK doch das Regiedebut von Chad Stahelski und David Leitch, zwei Koryphäen der Stuntkunst, die bisher in Filmen wie FIGHT CLUB (1999), MATRIX (1999), V wie Vendetta (2005) oder 300 (2006) mitwirkten (und diese Auswahl wird ihnen noch nicht einmal annähernd gerecht). Und wenn die Choreographie der Faustkampf- und Schusswechseleinlagen so gut in Szene gesetzt wird wie hier, dann kann einem die Prämisse tatsächlich auch einmal egal sein.

Maximilian Riemer

Maximilian Riemer ist Kino-Experte aus Leidenschaft. Ein guter Film gehört zweifelsohne zu den schönsten Dingen, die ihm über den Weg laufen könnten. In seinen Filmkritiken versucht er auch die technische Seite hinter den Filmen zu beleuchten und gibt dabei interessante Einblicke in das Handwerk.