Men In Black 3

Sie sind wieder da. Ziemlich genau ein Jahrzehnt nach dem Erscheinen von „Men In Black 2“ kehren die Herren in den schwarzen Anzügen samt ebenso dunkler Sonnenbrillen auf die Leinwand zurück. „Men In Black 3“, die Namensgebung ist ähnlich innovativ wie überraschend, soll den schwachen Vorgänger vergessen machen und zu den ursprünglichen Stärken der Serie zurückfinden. Allerdings kommt bei einer derart späten Fortsetzung schnell der Verdacht auf, die Macher würden lediglich noch etwas Geld aus einer sehr bekannten Marke pressen, ehe diese nichts mehr hergibt. So steht der Film also vor einem durchaus schwierigen Spagat, er muss weniger vom Altbekannten zeigen, um einen dritten Teil zu rechtfertigen, gleichzeitig aber nicht zu viel Neues einführen, um noch als legitime Fortsetzung durchzugehen.

Anfangs ist jedoch erstmal alles beim Alten: Agent J (Will Smith) und Agent K (Tommy Lee Jones) sind immer noch Partner im Dienste der Men in Black, einer Organisation zur Überwachung außerirdischen Lebens auf der Erde. Doch die beiden distanzieren sich zunehmend voneinander, vor allem K ist noch schweigsamer als gewohnt, er ist besorgt. Diese Besorgnis steigert sich noch, als er herausfindet, dass sein alter Erzfeind Boris the Animal (Jemaine Clement) aus einem Hochsicherheits-Gefängnis auf dem Mond ausgebrochen ist. Boris hat bereits vor über 40 Jahren versucht, die Erde auszulöschen und konnte damals in letzter Sekunde von K gestoppt werden.

Unmittelbar nach seinem Ausbruch unternimmt Boris deshalb eine Zeitreise in die Vergangenheit, um K zu töten bevor dieser seinen Plan vereiteln kann. Um dies zu verhindern, reißt Agent J ebenfalls in der Zeit zurück und trifft dabei auf den jungen Agent K (Josh Brolin). Gemeinsam bleibt ihnen nicht viel Zeit, um die endgültige Ausrottung der Menschheit zu verhindern. Die Handlung von „Men In Black 3“ ist also kein bloßer Aufguss der Vorgänger, im Gegenteil, sie ist das Herausstellungsmerkmal des Films. Zwar ist das Thema Zeitreisen in Filmen ungefähr so neu wie die Erfindung des Telefons, doch die Thematik wurde hier mit sehr viel augenzwinkerndem Humor und äußerst liebevoll umgesetzt. Immer wieder finden sich amüsante Anspielungen auf große Ereignisse und Begebenheiten der damaligen Zeit, etwa die Mondlandung von Apollo 11.

Auch die Tatsache, dass der bedeutende Künstler Andy Warhol in Wahrheit ein verdeckter Agent der Men In Black 3 war, der lediglich aus Langweile Alltagsgegenstände wie Suppendosen oder Bananen malte, zeigt den humorvollen Umgang mit der Materie. Hinzukommt ein weiter Vorteil der durch die Zeitreise entsteht: die Besetzung des jungen Agenten K durch Josh Brolin. Brolin der im Vergleich zu seinen herausragenden schauspielerischen Fähigkeiten seltsamerweise noch relativ unbekannt ist, bringt enorm viel frischen Wind in die Sache. Da der Großteil des Films in der Vergangenheit spielt, ist Brolin glücklicherweise auch die meiste Zeit zu sehen. Seine Hommage an die sture Ernsthaftigkeit des Agent K von Tommy Lee Jones, verbunden mit seiner eigenen trocken Art ist schlichtweg brillant. Doch egal ob nun Josh Brolin und Will Smith oder Tommy Lee Jones und Will Smith das Leinwand-Duo bilden, man merkt dem Film schmerzhaft an, dass es bereits zwei Vorgänger gab. Denn hier basiert der Großteil des Humors zum mittlerweile dritten Mal auf dem Gegensatz zwischen den ungleichen Agenten. Auf der einen Seite ist der mürrische Haudegen (Lee Jones/Brolin) wortkarg und ernst. Ihm gegenüber steht der ungezwungene, coole Jungspund (Smith) der immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat und ständig quasselt. Diese Konstellation sorgt zwar bisweilen noch für ein paar vereinzelte Lacher, doch man hat das alles schon zu oft gesehen, stellenweise könnte man meinen, ein Déja-vu zu haben.

„Men In Black 3“ hat also durchaus seine komischen, unterhaltsamen Momente, wenngleich die ganze Szenerie doch schon ziemlich müde und ausgelutscht wirkt. Es bleiben deshalb Zweifel, ob ein dritter Teil tatsächlich nötig gewesen wäre. Ihn in 3D zu drehen war definitiv mehr als nur überflüssig.

Fabian Ohrner

Fabian Ohrner ist Vollblut-Cineast und schreibt bereits seit 2004 Filmkritiken. Der Münchner liebt Filme mit Tiefgang und die ganz große Filmkunst, die nicht immer nur in besonders künstlerischen Filmen liegen muss.