Real Steel

In naher Zukunft ist der Schlagabtausch zwischen zwei normalen Menschen keine ausreichend befriedigende Unterhaltung mehr. Es muss spektakulärer, größer sein. Also lässt man ferngesteuerte Roboter in den Ring steigen, die sich die stählernen Fäuste um die Ohren schleudern.

Auch Charlie Kenton (Hugh Jackman) steuert solche Roboter. Der Ex-Profi-Boxer schlägt sich mit Untergrundkämpfen durch sein Leben. Seine Überheblichkeit steht ihm dabei jedoch ein ums andere Mal im Weg. Unerwartet stirbt Charlies Ex-Frau und er muss sich nun einen Sommer um seinen zehnjährigen Sohn Max (Dakota Goyo) kümmern. Beide sind mit dieser Situation nicht sonderlich zufrieden. Doch die gemeinsame Leidenschaft für den High-Tech-Boxsport lässt die beiden zusammenwachsen. Und zusammen schaffen sie es mit dem Roboter Atom einen unvergleichlichen Siegeszug zu starten.

Die Geschichte lässt sich in zwei Storylines aufteilen. Die Boxergeschichte à la „Rocky“, die vom Aufstieg eines Niemands, in diesem Fall des Box-Roboters Atom, bis in die Königsklasse reicht und die Geschichte einer Vater-Sohn-Beziehung, der nochmals eine zweite Chance gewährt wird. Beides in bekannter Manier inszeniert, aber gut umgesetzt. Die Trainingssequenzen und Montagen der einzelnen Kämpfe gefallen. Clever werden über Atoms Schattenboxer-Funktion, die ihn dazu befähigt Bewegungen zu imitieren, CGI-Effekte und Ausdruckskraft gleichermaßen in der Fokus gestellt, wenn sich Roboter und Protagonisten gemeinsam auf die Kämpfe vorbereiten.

Auch die Familiengeschichte um den Vater, der seinen Sohn mit auf Tour nimmt, ist in ähnlicher Weise aus Filmen wie „Over the Top“ bekannt. Zusammen schaffen es Vater und Sohn Charlies Leben wieder in geregelte Bahnen zu lenken. Die anfängliche Abneigung schlägt in Sympathie um. Doch das Familienglück wird natürlich noch einmal auf die Probe gestellt.

Das Real Steel eine Disney-Produktion ist, verheimlicht der Film nicht gerade. Klischees werden wie gewohnt abgeschöpft und konventionell präsentiert, aber das ist auch in Ordnung. „Nachts im Museum“-Regisseur Shawn Levy schafft es nämlich, daraus ein schönes Spektakel zu kreieren, das groß und klein gut gefallen kann.

Maximilian Riemer

Maximilian Riemer ist Kino-Experte aus Leidenschaft. Ein guter Film gehört zweifelsohne zu den schönsten Dingen, die ihm über den Weg laufen könnten. In seinen Filmkritiken versucht er auch die technische Seite hinter den Filmen zu beleuchten und gibt dabei interessante Einblicke in das Handwerk.