Spiel der Träume

„Nationalmannschaft verschwunden – Ein angebliches Handballteam aus Sri Lanka auf dem Weg nach Westen“, meldete die „FAZ“ am 15. September 2004. Das Regiedebüt des „Ganz oder Gar nicht“-Produzenten Uberto Pasolini erzählt die wahre Geschichte hinter dieser Meldung. Und zeigt die unglaubliche Kreativität und großen Opfer, die eine Gruppe von Slumbewohnern aus Colombo aufbringt, um der Perspektivlosigkeit ihrer Heimat zu entkommen. Die sympathischen „Sportler“ haben Träume von einem besseren Leben – und keine Ahnung von Handball. Dazu sind sie einander fremd, müssen Heim und Familie verlassen und sich in jeder Hinsicht als Team zusammenraufen.

„Spiel der Träume“ ist eine überaus witzige Komödie mit sprühendem Charme. Die Protagonisten spielen sich mit ihrer sympathischen Art und ihrer Naivität in die Herzen der Zuschauer. Die Kinobesucher bangen und zittern mit den 23 Underdogs und können sich über die Blamage für Botschaft, Polizei und Zoll genüsslich amüsieren. Uberto Pasolini, der hier sein Regiedebüt gibt, hatte bereits vor zehn Jahren in der Sozial-Komödie „The Full Monty – Ganz oder Gar nicht“ als Produzent seinen bisher größten Erfolg.

„Ganz oder Gar nicht“ zielt auf eine ähnliche Handlungsstruktur wie „Spiel der Träume“. In der Oscar-prämierten Komödie (beste Musik) versuchen Arbeitslose mit Striptease das große, schnelle Geld zu machen. Einen Kritikpunkt gibt es jedoch: Auf der Ferieninsel Sri Lanka starben seit 1983 im blutigsten Bürgerkrieg der Welt 80.000 Menschen. Klar soll die Ethno-Komödie das lustige Potenzial der Geschichte zeigen und die Einwanderungsgesetze des Westens kritisieren. Die Angst und Aussichtslosigkeit der Einwohner von Colombo wird aber zu harmlos dargestellt. In der wahren Geschichte sah das ganz anders aus. Nichtsdestotrotz ist „Spiel der Träume“ ein gelungenes Werk über Hoffnung und Mut. „Spiel der Träume“ kommt an „Ganz oder Gar nicht“ aber nicht heran.