Vorstadtkrokodile

Der zehnjährige Hannes (Nick Romeo Reimann) wächst ohne Vater bei seiner Mutter (Nora Tschirner) auf. Sein großer Traum ist es, von den „Vorstadtkrokodilen“ – „der coolsten Jugendbande der Welt“ – aufgenommen zu werden. Bei der dafür notwendigen Mutprobe gerät Hannes in Lebensgefahr. Erst in letzter Minute wird er von Kai (Fabian Halbig) gerettet, der auch unbedingt zur Bande gehören möchte. Kai sitzt im Rollstuhl und wird von den „Vorstadtkrokodilen“ immer gehänselt. Für sie ist Kai nur der „Spasti“, der noch nicht mal wegrennen kann, wenn‘s brenzlig wird. Als er einen nächtlichen Einbruch beobachtet, wird er plötzlich interessant für die Clique. Doch Kai redet nur, wenn er mitkommen darf… Mit seiner Hilfe und mit kroko-typischem Ideenreichtum, Mut und Phantasie machen sich die „Vorstadtkrokodile“ auf, den Fall zu lösen und es mit der übermächtigen Einbrecherbande aufzunehmen…

Im Jahr 1977 erschien der packende Jugendbuchbestseller mit über 800.000 verkauften Exemplaren. Dieser hat eine ganze Generation geprägt und fasziniert. Nach diesem großen Erfolg sollte natürlich der Charme der 70er bzw. 80er Jahre im Kino beibehalten werden. Das ist hervorragend geglückt. Zu sehen an den BMX-Rädern, den gefährlichen Spielstätten in stillgelegten Fabrikhallen und der Vorstadtödnis. Modernisiert wurde das Ganze lediglich durch Handys und Kameras. Die Komödie ist für Kinder bzw. Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren gemacht. Trotzdem werden aber zahlreiche Erwachsene, die Fans der der damaligen Bücher waren, ins Kino gehen um die alten Zeiten wieder aufleben zu lassen. Zudem hat „Vorstadtkrokodile“ weitaus größeres Potential als vergleichbare Jugendfilme: Ausgefeiltere Dialoge, intelligentere Story und bessere Darsteller. Die ganze Bande spielt durchweg gut und sind durchaus glaubwürdig. Respekt. Albern jedoch ist der auf Nachbrenner aufgemotzte Turbo-Rollstuhl. Auch fehl am Platz: Axel Stein. Er wirkt in diesem Film absolut deplaziert. Neben den lustigen Elementen und den Abenteuern der „Kroko-Kids“ werden aber auch heikle Themen angesprochen, wie Ausländer-, Frauen-, und Behindertendiskriminierung.
Fazit: „Vorstadtkrokodile“ ist witzig, rasant und hat eine klasse Geschichte. Absolut sehenswert!