William Moseley über „Die Chroniken von Narnia – Prinz Kaspian von Narnia“

Das war also der letzte Teil der „Chroniken von Narnia“, in dem Du mitgespielt hast – bist Du traurig darüber?

Ja, in gewisser Weise schon, denn „Narnia“ war jetzt sechs Jahre lang ein wichtiger Teil meines Lebens. Mit 15 Jahren hatte ich die ersten Vorsprechen, als wir mit dem ersten Teil anfingen war ich 17 Jahre alt und jetzt bin ich 21. Ich werde auch die ganzen Menschen vermissen mit denen ich zusammengearbeitet habe, aber ich bin auch bereit für etwas Neues. Ein siebenmonatiger Dreh ist schon sehr lange und wenn man so etwas hinter sich hat ist man auch froh, wenn man mal etwas komplett anderes anfangen kann.

Hast Du schon konkrete Pläne für die Zukunft?

Ja, glücklicherweise habe ich Pläne, auch wenn man in dieser Branche niemals von einer konkreten Sache sprechen kann. Aber ich habe eine neue Rolle in einem historischen Film über die Magna Carta. Der Film wird drei Monate lang in Berlin gedreht werden. Das wird ein sehr interessanter Film und ich bin jetzt auch einmal das jüngste Cast-Mitglied und nicht immer nur der älteste.

Wie hast Du reagiert, als Du damals gehört hast, dass Du im ersten Teil von „Die Chroniken von Narnia“ mitspielen darfst?

Das war einer dieser Momente im Leben, in denen man merkt, dass sich das Leben verändern wird. Ich habe sehr hart dafür gearbeitet – habe die Schule verlassen um zu den Vorsprechen zu gehen. Das war alles sehr aufregend damals und ich bin dann auch schon kurz darauf nach Neuseeland geflogen, um mit dem Dreh zu beginnen.

War Dir bewusst, wie groß dieses Projekt werden würde?

Ich hatte absolut keine Ahnung davon. Ich wusste, dass es ein Spielfilm für das Kino wird, aber ich wusste nicht, dass der Film so groß werden würde. Als ich Neuseeland ankam wurde mir langsam klar, wo ich da gelandet bin. Wir gingen in das Produktionsbüro, das in einem großen Hangar untergebracht war und ich konnte gar nicht fassen, wie groß das alles war. Aber ich denke, dass mir das erst so richtig klar werden wird, wenn ich in einem kleineren Projekt mitarbeiten werde.

Der zweite Film war ja sogar noch aufwändiger angelegt als der erste – war es schwierig diesen noch höheren Anforderungen gerecht zu werden?

Der zweite Teil war schwieriger für mich, aber das lag nicht unbedingt daran, dass der Film aufwändiger war. Es lag eher daran, dass sich meine Rolle stark verändert hat.

Wie hast Du Dich auf all diese Mittelalter-/Fantasy-Dinge vorbereitet?

Wir hatten für dreieinhalb Monate einen Schauspiellehrer und ich habe mich sehr stark an meiner Fantasie orientiert, um mich darauf vorzubereiten.

Hast Du die „Chroniken von Narnia“-Bücher in Deiner Kindheit gelesen?

Ich habe nicht alle gelesen, aber die meisten. Ich habe auch oft Hörbücher gehört, statt die Bücher zu lesen.

Hat Dir die Action im zweiten Film gefallen? Waren die Stunts schwierig?

Ich habe die meisten Stunts selbst gemacht und das war immer sehr spannend und interessant. Das war natürlich auch harte Arbeit, aber ich habe diese Szenen geliebt.

Der Film vermittelt in gewisser Weise auch religiöse Botschaften – waren diese wichtig am Set oder war das nie Gesprächsthema?

Der Film orientiert sich lediglich an den Büchern und entspricht absolut der Idee des Autors. Aber ich denke, dass diese Botschaften nicht auffallen, wenn man nicht nach ihnen sucht. Wir haben am Set eigentlich auch nie darüber gesprochen. Als ich mir den fertigen Film dann angesehen und speziell darauf geachtet habe, ist mir das erst aufgefallen – beim Dreh war mir das bei den entsprechenden Szenen nie so richtig bewusst.

Kann man „Der Herr der Ringe“ mit „Die Chroniken von Narnia“ vergleichen?

Ja, das ist nicht sehr weit hergeholt. Beide Geschichten sind zur gleichen Zeit entstanden und die Autoren waren auch miteinander befreundet. Beide waren an der Oxford-Universität und man kann viele Parallelen erkennen. Gleichzeitig gibt es aber auch sehr viele Unterschiede.

Hast Du die Magie im zweiten, düstereren Teil vermisst?

Das ist ein sehr interessanter Aspekt. Beim Dreh habe mich wirklich gefragt, ob wir in diesem Film genug Magie oder zu viele Kämpfe haben. Rückblickend kann man aber sagen, dass unser Regisseur, Andrew Adamson dann eine sehr gute Balance gefunden hat.

Wie könnte man Peter Pevensie beschreiben?

Das ist eine schwierige Frage, denn ich denke, dass er im zweiten Film ein ganz anderer Mensch ist, als im ersten Teil. Im ersten Film ist er der fürsorgliche, große Bruder, der aufpasst, dass den anderen nichts passiert und jetzt ist er fast schon arrogant und egoistisch.

Sind durch den Dreh neue Freundschaften unter den Schauspielern entstanden?

Ja, absolut. Wir sind auch jetzt noch ständig in Kontakt und treffen uns sehr oft.

Gibt es die Chance, dass Peter in einem anderen „Narnia“-Teil zurückkehrt?

Es gäbe noch ein Buch, in dem er zurückkommen könnte, denn im letzten Kampf dieser Geschichte kehrt er zurück. Aber es ist ja nicht klar, ob überhaupt alle Bücher verfilmt werden. Da muss man erst einmal abwarten, ob der Erfolg anhält.

Für welches Alter ist „Die Chroniken von Narnia – Prinz Kaspian von Narnia“ geeignet?

Ich habe gehört, dass sogar fünfjährige ins Kino gehen und sich den Film ansehen. Das hängt ganz von der Einstellung und Reife des Kindes ab. Im Fernsehen laufen heutzutage oft schon nachmittags weitaus brutalere Sendungen. Der Film spielt in einer abstrakten, fernen Welt und es spritzt kein Blut. Man sieht nur mystische Kreaturen und Schwertkämpfe. Ich glaube, dass Kinder von diesem Film sehr viel lernen können.

Vielen Dank für das Interview!

Daniel Fürg

Daniel Fürg

Daniel Fürg absolvierte eine Ausbildung beim Bayerischen Rundfunk und bildete sich an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing zum Kommunikationswirt fort. Er gründete verschiedene Onlinemedien, wie zum Beispiel MUNICH's BEST, 100SINS oder Social Secrets und arbeitete unter anderem für den Bayerischen Rundfunk, die Finanzsparte von Siemens, die Sana Kliniken AG und die MAROundPARTNER GmbH. Als Geschäftsführender Gesellschafter von Fürg Media berät er heute Unternehmen bei der Entwicklung und Umsetzung ganzheitlicher Kommunikationsstrategien. Daniel Fürg engagiert sich außerdem aktiv als Mitglied des Vorstands im Internationalen PresseClub München e.V. und ist Initiator der Digital Future Conference 48forward.