X-Men Origins: Wolverine

X-Men Origins erzählt die Vorgeschichte von Wolverine (Hugh Jackman) und wie er zu dem Tier wurde, dass er ist. Als kleines Kind entdeckt er in Rage seine ausfahrbaren „Krallen“: Knochen, die er bei Bedarf zwischen seinen Knöcheln ausfahren kann. Zusammen mit seinem Bruder Victor (Liev Schreiber) flieht er. Von nun an kämpfen sie sich Rücken an Rücken durch die Weltgeschichte: Im amerikanischen Bürgerkrieg spießen sie ihre Gegner mit Bajonetten auf und im ersten und zweiten Weltkrieg räumen sie in den Schützengräben auf, bis sie schließlich nach einem Vorfall im Vietnamkrieg vor ein Kriegsgericht gestellt werden und zum Tode verurteilt werden. Unverwundbar wie die beiden Brüder nun mal sind, stellen sie das Erschießungskommando jedoch vor erhebliche Probleme und kommen in Haft. Dort werden sie von William Stryker entdeckt, der eine Sondereinheit von Mutanten zusammenstellt, jedoch nicht ohne Hintergedanken…

In der „X-Men“-Trilogie haben wir einen mürrischen, animalischen Wolverine kennen gelernt, dessen Herkunft nun beleuchtet wird. In 105 Minuten werden 200 Jahre Leben des coolsten Mutanten der Comic-Welt abgehandelt. Kein Wunder also, dass kein Charakter außer Wolverine ausreichend an Tiefe gewinnt. Selten sieht man eine Figur länger als gefühlte 10 Minuten, bis sie wieder aus Logans (Wolverines Vorname) Leben tritt. Auch Wolverine selbst bietet nicht mehr die Spannung für einen abendfüllenden Blockbuster. Er macht keine offensichtliche spektakuläre Wandlung durch, die diesem Film die Daseinsberechtigung geben würde. Man sieht lediglich weshalb er so von Rache getrieben ist. Der Unterschied vom normalen Logan zur Bestie Wolverine ist nicht gravierend genug, dass er zur Spannung beitragen würde. Der Charakter Wolverine wurde in den bisherigen „X-Men“-Titeln eigentlich schon ausreichend erklärt. Dennoch ist die Action, wie gewohnt, gut und es macht Spaß Hugh Jackman alias Wolverine auch ein viertes mal zuzusehen. Auch die anderen Mutanten sind wieder mit genialen Fähigkeiten am Start, die spektakulär inszeniert sind. Außerdem muss man nicht voraussetzten, dass man die bisherigen „X-Men“-Filme gesehen hat. Dann bietet die Vorgeschichte von Wolverine um einiges mehr, da die Charaktere, natürlich aufgrund ihrer Unverbrauchtheit, interessanter sind.

Maximilian Riemer

Maximilian Riemer ist Kino-Experte aus Leidenschaft. Ein guter Film gehört zweifelsohne zu den schönsten Dingen, die ihm über den Weg laufen könnten. In seinen Filmkritiken versucht er auch die technische Seite hinter den Filmen zu beleuchten und gibt dabei interessante Einblicke in das Handwerk.